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Businessplan erstellen: Was hineingehört und wie du vorgehst

Von Georg Binienda-Meuser, Founder & CEO
Aktualisiert am Geprüft am 8 Min. Lesezeit

Ein Businessplan beschreibt dein Vorhaben schriftlich: was du anbietest, für wen, gegen welche Konkurrenz, wie du Kund:innen gewinnst und ob sich das rechnet. Er besteht aus einem Textteil und einem Finanzplan mit Zahlen für drei Jahre. Du schreibst ihn für dich und für alle, die über deine Gründung mitentscheiden.

Wenn du deinen Businessplan samt Zahlen nicht allein aufstellen willst, unterstützen wir dich in der Strategieberatung.

Inhalt
  1. Wozu brauchst du einen Businessplan?
  2. Was gehört in einen Businessplan?
  3. Businessplan erstellen in 6 Schritten
  4. Wie lang sollte ein Businessplan sein?
  5. Typische Fehler im Businessplan
  6. Wo bekommst du Hilfe?
  7. Häufige Fragen

Wozu brauchst du einen Businessplan?

Zuerst für dich. Beim Schreiben merkst du, wo deine Idee noch Lücken hat, bevor sie Geld kostet. Das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums nennt ihn deshalb auch Entscheidungsgrundlage und Steuerungsinstrument. Dazu kommen Leser von außen:

  • Eine Bank prüft mit dem Plan, ob sie dir einen Kredit gibt.
  • Für den Gründungszuschuss weist du der Agentur für Arbeit die Tragfähigkeit deiner Gründung nach. Dafür brauchst du die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle, zum Beispiel der IHK oder Handwerkskammer (§ 93 SGB III). Diese Stelle prüft deinen Businessplan.
  • Viele Förderprogramme verlangen einen Businessplan mit dem Antrag.
  • Mitgründer:innen, Lieferanten und wichtige Partner wollen wissen, worauf sie sich einlassen.

Mehr Gründe stehen im Ratgeber 11 Gründe für einen Businessplan.

Was gehört in einen Businessplan?

Eine einheitliche Pflichtgliederung gibt es nicht. Die meisten Pläne folgen aber einem ähnlichen Aufbau, den auch Banken und Förderstellen kennen. Diese Kapitel sind üblich:

KapitelWas du zeigstTypische Frage des Lesers
ZusammenfassungIdee, Zielgruppe, Team und die wichtigsten Zahlen, kurz gefasstLohnt es sich weiterzulesen?
Gründer:in und TeamAusbildung, Erfahrung, RollenKönnt ihr das umsetzen?
Angebot und NutzenProdukt oder Dienstleistung, Problem, PreisWofür zahlen Kund:innen?
Markt und ZielgruppeWer kauft, wie viele, warumGibt es genug Nachfrage?
WettbewerbWer bietet Ähnliches, was machst du andersWarum kaufen Kund:innen bei dir?
Marketing und VertriebWie du Kund:innen erreichst und was das kostetWoher kommen die ersten Aufträge?
Rechtsform und OrganisationRechtsform, Standort, Genehmigungen, PartnerIst das Vorhaben sauber aufgesetzt?
Chancen und RisikenWas gut laufen kann, was schiefgehen kann, dein Plan BKennst du deine Schwachstellen?
MeilensteineWas bis wann passiertIst der Zeitplan realistisch?
FinanzplanUmsatz, Kosten, Gewinn und Liquidität für drei JahreTrägt sich das Vorhaben?
AnhangLebenslauf, Zeugnisse, Angebote, VerträgeSind die Angaben belegt?

Angelehnt an die Businessplan-Gliederung der Gründerplattform, die von der KfW unterstützt wird.

Gründer:in und Team

Zeig, warum gerade du das kannst. Wichtiger als Abschlüsse sind Berufserfahrung in der Branche, Kontakte und das, was du schon ausprobiert hast. Fehlt dir Wissen, etwa in Buchhaltung oder Vertrieb, sag, wie du es ausgleichst: durch Partner, Weiterbildung oder externe Hilfe. Gründet ihr zu mehreren, gehört dazu, wer welche Rolle übernimmt.

Angebot und Nutzen

Beschreib dein Angebot aus Sicht deiner Kund:innen. Welches Problem löst es, und warum ist deine Lösung besser oder günstiger als die vorhandenen? Nenn Preis und Leistungsumfang. Bei Produkten gehören Herstellung, Lieferanten und Marge dazu. Prüf auch, ob du etwas schützen kannst, etwa mit einer Marke oder einem Patent.

Markt, Zielgruppe und Wettbewerb

Beschreib deine Zielgruppe über ihren Bedarf. Welches Problem haben diese Menschen oder Unternehmen, wo suchen sie nach einer Lösung, wie viel geben sie dafür aus? Alter, Geschlecht oder Wohnort helfen nur, wenn sie das Kaufverhalten erklären. Schätze dann, wie groß dein Markt in deiner Region oder deinem Vertriebsweg ist.

Nenn deine wichtigsten Wettbewerber mit ihren Stärken und Schwächen. „Es gibt keine Konkurrenz“ überzeugt niemanden. Irgendwie lösen deine Kund:innen ihr Problem heute schon.

Marketing und Vertrieb

Erkläre, über welche Wege du deine Zielgruppe erreichst und was das kostet: Website, Empfehlungen, soziale Medien, Messen, Handel oder Direktvertrieb. Plane auch, wie du misst, welcher Weg Aufträge bringt. Alles, was hier steht, braucht ein Budget im Finanzplan. Wie du den ersten Vertrieb aufbaust, steht im Ratgeber Vertrieb nach der Gründung aufbauen.

Rechtsform

Nenn die Rechtsform und begründe sie kurz. Einzelunternehmen und GbR brauchen kein Mindestkapital, dafür haftest du dort persönlich. Eine GmbH braucht 25.000 Euro Stammkapital (§ 5 GmbHG). Vor der Anmeldung zum Handelsregister müssen davon mindestens 12.500 Euro eingezahlt sein (§ 7 GmbHG). Eine UG kannst du mit weniger Stammkapital gründen (§ 5a GmbHG). Den ausführlichen Vergleich findest du im Ratgeber GmbH oder UG gründen.

Chancen und Risiken

Zeig, dass du deine Schwachstellen kennst. Eine SWOT-Analyse hilft dabei: Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken in vier Feldern. Wichtiger als die Liste ist, was du daraus ableitest. Nenn zu jedem großen Risiko, wie du reagierst, etwa wenn ein wichtiger Kunde wegfällt oder der Umsatz später kommt als geplant.

Finanzplan

Der Finanzplan übersetzt alles davor in Zahlen: Umsatz, Kosten, Investitionen, private Lebenshaltungskosten, Gewinn, Geldbedarf und Kontostand für drei Jahre. Banken und fachkundige Stellen schauen ihn sich genau an. Wie du ihn Schritt für Schritt aufstellst, steht im Ratgeber Finanzplan erstellen.

Businessplan erstellen in 6 Schritten

  1. Leg fest, für wen du schreibst. Eine Bank achtet auf Rückzahlung, eine fachkundige Stelle auf die Tragfähigkeit, ein Förderprogramm auf seine Förderziele.
  2. Kläre die Grundlagen, bevor du schreibst: Geschäftsmodell, nötige Genehmigungen oder Zulassungen, Versicherungen und passende Förderprogramme. Öffentliche Fördermittel musst du in der Regel beantragen, bevor du mit dem Vorhaben beginnst (Lernprogramm Existenzgründung, Kapitel Finanzplan).
  3. Recherchiere Markt, Wettbewerb und Preise. Sprich mit möglichen Kund:innen und hol Angebote für deine Anschaffungen ein.
  4. Schreib die Kapitel. Fang mit Angebot, Zielgruppe und Wettbewerb an. Die Zusammenfassung schreibst du zuletzt.
  5. Stell den Finanzplan auf und gleiche ihn mit dem Text ab.
  6. Lass den Plan gegenlesen, am besten von jemandem, der dein Vorhaben nicht kennt, und von jemandem aus der Branche.

Eine ausführliche Anleitung zum Selbstschreiben steht im Ratgeber Businessplan selbst schreiben.

Wie lang sollte ein Businessplan sein?

Eine feste Länge gibt es nicht. Dein Leser sollte seine Fragen beantwortet finden, ohne zu suchen. Ein einfaches Dienstleistungsvorhaben kommt mit weniger Seiten aus als eine Produktion mit Personal und Maschinen.

Für wen du schreibst, bestimmt Ton und Tiefe. Bei der Bank zählen Zahlen und Sicherheiten, beim Förderprogramm die Förderziele, für dich selbst ein klarer Fahrplan.

Ein Geschäftsmodell auf einer Seite ist ein guter erster Schritt. Verlangt eine Bank oder eine fachkundige Stelle einen Businessplan, reicht es allein nicht. Vorlagen geben dir eine Gliederung vor. Warum fertige Textvorlagen selten reichen, steht im Ratgeber 5 Gründe gegen eine Geschäftsplan-Vorlage.

Typische Fehler im Businessplan

  • Die Zahlen sind zu optimistisch oder ohne Herleitung, vor allem beim Anlauf.
  • Die Zielgruppe ist nicht klar beschrieben.
  • Der Wettbewerb fehlt oder wird kleingeredet.
  • Schwächen und Risiken werden verschwiegen.
  • Text und Finanzplan widersprechen sich.
  • Superlative stehen dort, wo Belege stehen sollten.
  • Der Plan ist zu lang, mit Wiederholungen und Fachjargon.
  • Begriffe und Formatierung sind uneinheitlich.
  • Nur eine Person hat den Plan gelesen: du.

Wo bekommst du Hilfe?

  • Die persönliche Gründungsberatung der IHK ist kostenlos (Existenzgründungsportal: Businessplan). IHKs und Handwerkskammern sind auch fachkundige Stellen für den Gründungszuschuss.
  • Viele Städte haben Gründerzentren und Beratungsstellen, in Berlin zum Beispiel die im Ratgeber Gründungsberatung Berlin genannten.
  • Förderprogramme von Bund, Ländern und EU findest du in der Förderdatenbank des Bundes.
  • Bist du arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter ein Gründungscoaching mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) fördern. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht. Wer ihn bekommen kann, steht im Ratgeber AVGS-Voraussetzungen.
  • Für Unternehmen, die schon am Markt tätig sind, bezuschusst das BAFA Beratungen. Die Förderrichtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2028. Vor der Gründung gibt es diesen Zuschuss nicht.
  • Wann es sich lohnt, den Plan schreiben zu lassen, und woran du gute Anbieter erkennst, steht im Ratgeber Businessplan erstellen lassen. Wovon die Kosten abhängen, erklärt der Ratgeber Was kostet ein Businessplan?.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen Businessplan zu erstellen?

Das hängt vor allem davon ab, wie viel Recherche noch fehlt. Wenn Geschäftsmodell, Preise und Angebote schon feststehen, geht das Schreiben deutlich schneller.

Brauche ich für den Gründungszuschuss einen Businessplan?

Ja. Die fachkundige Stelle prüft die Tragfähigkeit anhand deines Plans. Die IHK Darmstadt verlangt zum Beispiel den Textteil, einen Finanzplan für 36 Monate, deinen Lebenslauf und Nachweise deiner fachlichen Eignung. Über den Zuschuss selbst entscheidet die Agentur für Arbeit nach Ermessen.

Gibt es kostenlose Hilfe beim Businessplan?

Ja. Die IHKs beraten kostenlos, viele Städte haben kostenlose Gründungsberatungen. Bist du arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet, kann ein Gründungscoaching über den AVGS gefördert werden.

Du willst deinen Plan nicht allein schreiben?

Im Erstgespräch schauen wir, wo du stehst und welche Unterstützung für dich sinnvoll ist.

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Über den Autor

Georg Binienda-Meuser

Founder & CEO, nxt milestone

Georg hat nxt milestone 2020 gegründet und begleitet Gründer:innen vom ersten Plan bis zum eigenen Unternehmen. Er ist Mentor am Founder Institute.

nxt milestone begleitet seit 2020 Gründer:innen, bisher bei über 1.200 Gründungen. Mehr über uns

Zuletzt geprüft am nächste Prüfung 04/2027

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 30.10.2026.

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